Tränen.
Sich löst des Traumes Schreckgestalt,
Die Nacht erhellt zum Tage,
Nimmt leis und sacht ein Engelzug
Durch Ätherblau den Heimwärtsflug
Mit müdem Flügelschlage.
Und jeder lichte Himmelsgast
Trägt eines Krüglein's Tränenlast,
Gefüllt bis fast zum Rande.
Die sammeln sie in tiefer Nacht,
Wo bang ein Mutterauge wacht,
In weitem Erdenlande.
Sie leeren auf des Herrn Begehr
Die Krüglein in ein Tränenmeer,
Das hoch und höher flutet.
Gott spricht: Das Maß ist noch nicht voll,
Nicht hat im Haß und Völkergroll
Die Welt sich satt geblutet.
